boys und girls

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boys und girls
1999
Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme
Stufe: 
Sekundarstufe I

Diese Lehrmittelsammlung ist ein gutes Hilfsmittel für den Sexualkundeunterricht. Mädchen und Knaben können in einem handlungsorientierten Unterricht sehr viel über Sexualität, vor allem über die Sinnlichkeit der Sexualität erfahren und lernen. Homosexualität wird nicht speziell hervorgehoben, aber trotzdem thematisiert. Es ist zwar ein Werk der Suchtprävention, doch es greift wichtige Dinge und vor allem Probleme auf, die die Schülerinnen und Schüler in dieser Zeitspanne am eigenen Leib erleben.

Das Praxismanual «Boys & Girls» war Teil einer Ausstellung, die sich mit Rollenbildern und mit der Identitätsfindung auseinander setzte. Wie in anderen Sexualpädagogiklehrmitteln geht es um den Aufbau der sexuellen Identität, die Stärkung das Körperbewusstseins und die Fähigkeit Beziehungen aufzubauen.
Insbesondere wird auf eine geschlechtsspezifische Suchtprävention gesetzt. Das Manual umfasst die Kapitel Rollenverständnis, Beziehungen, Sexualität, Beruf und Zeit des Probierens. Es umfasst also sehr viele Themen, mit denen sich Jugendliche auseinandersetzen müssen: die Rollen von Frau und Mann in der Gesellschaft, die Fähigkeit, Beziehungen zu knüpfen und aufrecht zu erhalten, über Sexualität sprechen zu können und sie auszuleben, auf den Körper zu achten.

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Form/Inhalt: 

Kommt das Thema Homosexualität/Bisexualität/sexuelle Orientierung vor?
Ja, es kommt integrativ in der Folie Was heisst’n hier Liebe? im Themenbereich Beziehung vor.

Welche Aspekte werden dargestellt?
Das Schwergewicht liegt auf dem Beziehungsaspekt und auf dem soziologischen Aspekt.

Wie wird das Thema präsentiert?
Es werden fünf verschiedene Liebschaften aufgezeigt: eine heterosexuelle mit Partnerin und Partner aus verschiedenen Kulturen, eine glückliche sowie eine unerfüllte heterosexuelle, eine bisexuelle sowie eine homosexuelle. Zu beanstanden ist die Darstellung der Bisexualität. «Maria liebt Anna, obwohl die in Tom verliebt ist. Anna liebt Maria eigentlich auch, aber sie kann sich nicht entscheiden.» Dies suggeriert, dass Bisexuelle sich schlecht entscheiden können und anerkennt die Bisexualität nicht als eigenständige sexuelle Orientierung.

Wie werden Homo- und Bisexualität gewertet?
Hetero- und Homosexualität werden nicht speziell gewertet. Bisexualität wird nicht als gleichwertig dargestellt.

Wie wird das Thema benannt?
Das Kapitel über Beziehungen, in welchem auch Homo- und Bisexualität vorkommen, ist etwas provokativ mit Was heisst’n hier Liebe? überschrieben.

Werden Lesben und Schwule gleichwertig behandelt?
Lesben und Schwule werden grundsätzlich gleich behandelt, aber auf der Folie vor der Seite 29 wird nur ein schwules Paar gezeigt, das vermeintlich lesbische Paar besteht aus zwei bisexuellen Frauen.

Werden geschlechtergerechte Sprachformen verwendet?
Ja. Ausschliesslich männliche oder weibliche Formen werden nur benutzt, wo dies der Inhalt verlangt.