Die Fundgrube zur Sexualerziehung

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Die Fundgrube zur Sexualerziehung
(Hrsg.) Stäck, Lothar
2002
Cornelsen Verlag Scriptor
ISBN: 
978-3-589-21559-1
Stufe: 
Primarstufe
Stufe: 
Sekundarstufe I

Diese Fundgrube soll weniger das biologische Wissen beschreiben, als Aspekte wie: Entwicklung von Emotionalität, Sozialität, Förderung der Kommunikationsfähigkeit über Sexualität, Erziehung zu Liebesfähigkeit und Zärtlichkeit u.a. Sowohl kognitive, affektive, sinnliche als auch handlungsbezogene Ebenen werden angesprochen. Die Eltern werden von Anfang miteingebunden. Das Buch ist sachlogisch aufgebaut: Einstieg ins Thema, Liebe und Sexualität, Gefühle, Geschlechtsrollen, sexuelle Selbstbestimmung, Homosexualität, Sexualerziehung in der multikulturellen Schule, Sexualität in der Gesellschaft. Am Schluss des Buches werden nützliche Links und Literaturhinweise gemacht.

Das Werk besticht durch die didaktische Vielfalt, mit welcher das Thema Sexualität ausgeleuchtet wird. Das Zielpublikum, Kinder der Primarschulstufe wie der Sekundarschulstufe, erlebt einen handlungsorientierten Unterricht. Wichtig ist den Verfassenden, dass sich die Schülerinnen und Schüler in den drei Kernbereichen Emotionalität, Sozialität und Fachwissen entwickeln können.

Form/Inhalt: 

Kommt das Thema Homosexualität/Bisexualität/sexuelle Orientierung vor?

Ja.

Welche Aspekte werden dargestellt?

Am stärksten gewichtet ist der soziologische Aspekt. Die Schülerinnen und Schüler sollen sensibilisiert werden, was es heisst, als Lesbe oder als Schwuler in einer heterosexuell dominierten Welt zu leben. Auch der sexuell-biologische sowie der Beziehungsaspekt werden angesprochen.

Wie wird das Thema präsentiert?

Nebst Zahlen und Fakten werden geschichtliche Aspekte genannt, auch gesellschaftliche Fragen nehmen Raum ein, z.B. weshalb Schwule sichtbarer sind oder sichtbarer gemacht werden als Lesben.

Es wird auf die Möglichkeit verwiesen, die Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität in anderen Fächern zu vertiefen, z.B. anhand von lesbischen, bisexuellen und schwulen Kunst- und Kulturschaffenden oder anderweitig bedeutsamen Persönlichkeiten aus Geschichte, Sport u.s.w.

Gearbeitet wird mit Zeugenberichten, z.B. Materialien wie Zeitungsannoncen, Gruppenübungen, Diskussionsanleitungen.

Wie werden Homo- und Bisexualität gewertet?

Homo- und Bisexualität werden als der Heterosexualität gleichwertige sexuelle Orientierungen dargestellt.

Wie wird das Thema benannt?

Ein Kapitel trägt den Titel Homosexualität(S. 185 bis 200).

Werden Lesben und Schwule gleichwertig behandelt?

Beim Einstieg (S. 185187) werden eher die Schwulen bevorzugt, da die Männer als Problemgruppe im Sexualunterricht ins Zentrum gerückt werden. Später werden Schwule und Lesben jeweils getrennt genannt. Positiv fällt in diesem Buch die mehrmalige Nennung der Bisexualität auf.

Werden geschlechtergerechte Sprachformen verwendet?

Nein. Manchmal wird nur die männliche Form gebraucht („Schüler“ anstatt „Schülerinnen und  Schüler“).