Motivation

Die Fachgruppe SOS Schweiz besteht seit 2006. Ihr Anliegen ist die Thematisierung der sexuellen Orientierung in den Schulen. Damit soll der Diskriminierung gegenüber sich homosexuell fühlenden Jugendlichen entgegengewirkt – und damit ihre physische und psychische Gesundheit gefördert werden. Denn ihre höhere Gefährdung durch Suizid, Depressionen und Sucht ist wissenschaftlich belegt. Grund ist dabei nicht die sexuelle Orientierung, sondern die auf Homophobie beruhende Diskriminierung und Gewalt in der Gesellschaft und in den Schulen.

Sexuelle Orientierung beschäftigt alle Jugendlichen im Verlaufe ihrer Entwicklung. Während dieser Prozess von den meisten heterosexuellen Jungen und Mädchen als normal empfunden wird, müssen sich homo- und bisexuelle Jugendliche damit auseinandersetzen, dass sie “anders” fühlen. Die Schule spielt in dieser Entwicklung eine entscheidende Rolle, da die Jugendlichen einen grossen Teil ihrer Zeit in der Schule verbringen. Der Schulbesuch wird aber dann zur Belastung, wenn Jugendliche aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ausgegrenzt oder gemobbt werden. Die Folgen der Belastung sind vielseitig und können bis zum Suizid reichen.

Die Arbeit der Fachgruppe ging von den Lehrplänen aus. Der für ihre Anliegen geeignete Lehrplan der Zentralschweiz wurde als Grundlage verwendet für einen Musterlehrplan. Folgende Grundsätze dienten der Grundlage:

  • Die Sexualpädagogik muss in allen Schulstufen vermittelt werden, angepasst an das Alter der SchülerInnen (vertikale Ebene).
  • Die Sexualpädagogik und insbesondere die sexuelle Orientierung gehört in alle Fächer thematisiert, wo es sich aus dem Kontext ergibt (horizontale Ebene).
  • Homosexualität kommt in allen Bereichen vor. Homosexualität darf nicht allein auf einer biologischen Ebene- und überhaupt nicht im Bereich Gesundheit behandelt werden, sondern gehört auch zu den Themen wie Beziehung, Liebe, Kunst, Geschichte, Politik usw.
  • Eine Thematisierung der sexuellen Orientierung im Zusammenhang mit Diversity, Minderheiten, Menschenbildern und Persönlichkeitsentwicklung ist zudem auch ein wichtiger Beitrag an eine tolerante Gesellschaft, die sich ihrer Vielfalt bewusst ist und darauf baut.